Ziele und Aufgaben

Was will der Verein „Agricultura Regeneratio“ erreichen?

Der Verein „Agricultura Regeneratio“ will den regenerativen Methoden in der Schweiz, aber auch darüber hinaus zu mehr Beachtung verhelfen. Die regenerative Landwirtschaft wird in der Gesellschaft und in der Wirtschaft besser bekannt gemacht. Bauernfamilien profitieren von Trainings, Informationen und Unterstützung, Verarbeiter und Händler werden sensibilisiert, und Konsumentinnen und Konsumenten erhalten wertvolle, praktische Informationen zum Thema. Wir werden zudem durch aktive Arbeit mit Politik und Verwaltung die Basis für klare und wirksame Förderinstrumente schaffen und Projekte zur regenerativen Landwirtschaft fördern.

Wir wollen eine Landwirtschaft mit einem deutlichen Mehrnutzen gegenüber der heutigen Situation – jenseits von Bio und Nachhaltigkeit. Neben der Produktion von gesünderen Nahrungsmitteln wird die Natur wirksam gefördert, die Biodiversität gestärkt, das Insektensterben reduziert, und nicht zuletzt auch die Möglichkeit geschaffen, dass so wirtschaftende Bauernbetriebe Kohlenstoff aus der Atmosphäre in den Boden bringen und dafür entschädigt werden können. Anders gesagt: die Landwirtschaft kann zum Klimaschutz beitragen.

Ein besonderer Fokus ist auf der Tierhaltung: Hier wird eine konsequente Weide- und Freilandhaltung gefördert, z.B. mit mobilen Ställen für Schweine und Hühner, und Verzicht auf Anbindehaltung. Wir sind überzeugt, dass die Tierhaltung ein unverzichtbarer Teil eines funktionierenden Agrarsystems ist, und die Tiere sich grundsätzlich immer bewegen dürfen.

Nicht zuletzt ist der Verein die Antwort auf die vielen Initiativen, die in der Vergangenheit und in Zukunft zum Thema vors Volk kamen und kommen. Chancen und Potentiale nutzen und damit die Probleme lösen; ein Ansatz der wohl alle überzeugt. Wir wollen den Bauernfamilien neue Perspektiven ermöglichen, wie sie ihre Betriebe selbstbestimmt und zukunftsorientiert entwickeln können. Wir haben keine Richtlinien, sondern zeigen Wege zur stetigen Verbesserung auf. Ob konventionell, IP oder Bio: alle haben ein Potential!

Was ist regenerative Landwirtschaft?

Der Begriff regenerative Landwirtschaft wurde ursprünglich in den USA geprägt, v.a. geprägt vom bekannten Pionier Robert Rodale. Über lange Jahre geriet dieser Begriff in Vergessenheit und wurde von einigen Jahren wieder aufgegriffen, vor allem dank der Klimadiskussion. Im Gegensatz zum Biolandbau ist regenerative Landwirtschaft nicht durch ein gesetzliches und privatrechtliches Regelwerk reglementiert. Es ist ein wachstumsorientiertes, offenes und betriebsindividuelles System. Dabei sind folgende Themen oder Ansätze zentral:

  1. Möglichst geringe Störung des Bodens, das heisst möglichst wenig wendende Bodenbearbeitung, möglichst keine Pestizide und Kunstdünger einsetzen.
  2. Eine möglichst ständige Bodenbedeckung anstreben, z.B. durch Zwischenfrüchte oder Pflanzenrückstande, mehrjährige Pflanzen, Permakultur oder Agroforstwirtschaft.
  3. Möglichst immer lebende Wurzeln im Boden belassen (Wurzelexsudate ernähren das Mikrobiom im Boden)
  4. Eine möglichst hohe Diversität in der Fruchtfolge und eine hohe Biodiversität anstreben.
  5. Integration der Tierhaltung im System mit optimalem Weidemanagement.
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